Beckenendlagen auf dem BirthRite Geburtsstuhl
Beobachtungen eines Geburtshelfers während der „International Vaginal Breech Trial Study“ in 1999

(übersetzt aus dem Englischen)

Bild von Dr. Andrew Bisits

Im Jahre 1999 erblickten im John Hunter Hospital, Newcastle, Australien (4000 Geburten pro Jahr) 60 Babys mit Beckenendlage das Licht der Welt. Diese Geburten waren unser Beitrag zur „International Vaginal Breech Trial Study“. Von diesen Müttern waren 35 Erstgebärende und 25 Mehrgebärende. Alle Mütter hatten CT-Pelvimetrie während der Schwangerschaft, es sei denn, die Mutter hatte schon vorher Babys über 4000 g geboren. Wir nahmen Ultraschall an allen Schwangeren vor, um Gewicht und Kopfumfang der Babys zu ermitteln. Alle Eltern erhielten eine umfassende Beratung über BE-Geburten und mögliche Vorgehensweisen. Auch Komplikationen wurden erörtert und Sicherheitsmaßnahmen diskutiert.

Ausnahmslos alle 60 Mütter gebärten sitzend auf dem BirthRite Wehen-und Geburtsstuhl. Drei Frauen erhielten eine Epidural-Anästhesie. Auch diese Frauen konnten gut auf dem BirthRite Stuhl pressen, nachdem die Wirkung der Epidurale nachließ. Alle anderen Mütter hatten eine Geburt ohne schmerzlindernde Medikamente.

Die Hebammen an unserem Hospital sind verantwortlich für den Großteil der Versorgung aller wehenden Mütter. Sie sind nicht nur immens wichtig für das psycho-emotionale Wohlergehen der Mütter durch ihre fortwährende Anwesenheit (eins-zu-eins Betreuung) sondern haben auch viel Erfahrung mit Beckenendlagen. Zusätzlich steht bei diesen Geburten noch ein gynäkologischer Geburtshelfer zur Verfügung.

Wenn die Mutter pressen möchte, helfen wir ihr auf den BirthRite. Der Partner sitzt auf einem Stuhl hinter ihr und unterstützt von dort. Wir überwachen das Baby mit CTG. Falls die Wehen kurz vor der Geburt nicht kräftig oder regelmäßig erscheinen, geben wir Syntocinon zur Unterstützung. Der Körper des Kindes gebärt spontan. Wir berühren nichts. Ein Dammschnitt erfolgte nur in drei Fällen, wegen Bradykardie. Wenn das Baby bis zum Nabel heraus ist, ermuntern wir die Mutter zu einer „unterstützten Hocke“ (supported squat), welche dann die Entwicklung der Schultern fördert. Das Kind wird auch bei diesem Vorgang nicht berührt. Falls die Schultern nicht zügig kommen, werden sie „herausgewischt“ (swiped out). Ein Lövset-Manöver wird nur in sehr schwierigen Fällen vollzogen. Babys Köpfchen folgt in 50% sofort den Schultern, da die durch den „supported squat“ erzeugte Schwerkraft eine optimale Beugung des Köpfchens ermöglicht. Bei Problemen wird mit einem Finger in Babys Mund nachgeholfen.

Bild einer Beckenendlage auf dem BirthRite GeburtsstuhlBild einer Beckenendlage auf dem BirthRite Geburtsstuhl

Wir haben mit diesen sechzig Geburten keinerlei Komplikationen erlebt, wie es auch in der Vergangenheit mit der Mehrheit der Beckenendlagen in unserem Hospital der Fall war. Alle Babys hatten gute Apgar Werte. Ein einzelner 4-gradiger Dammriss kam vor, obwohl das mütterliche Becken geräumig war und das Baby nur 2860 g wog. Andere Dammverletzungen traten nicht auf. Ein milder Fall von Erbscher Lähmung wurde bei einem zweiten Zwilling (ungeplante vaginale BE) beobachtet, aber das Baby erholte sich nach ein paar Tagen davon. Andere Geburtsverletzungen traten nicht auf. Nur eins der Babys wog über 4000 g. Der größte Kopfumfang war 38 cm, der Mittelwert lag bei 34 cm.

Der BirthRite Stuhl mit seinem ergonomischen Gefälle nach hinten scheint das Tiefertreten des Babys durch die Geburtspassage zu fördern. Wir haben beobachtet, dass die Mütter hervorragend mit Hilfe der seitlichen Griffe pressen können. Auch können wir leichten Zugang zum Baby finden, sollte Manipulation nötig werden.

80% der Mütter berichten, dass sie sich auf dem BirthRite Geburtsstuhl in einer bequemen Haltung befinden, Kontrolle bewahren und sich gut konzentrieren können. Unsere interne Hospital-Statistik zeigt, dass ungefähr ein Drittel aller Mütter auf dem Bett gebären, ein Drittel auf allen Vieren, während das letzte Drittel auf dem BirthRite gebärt. Dieser Wehen-und Geburtsstuhl wurde unter der Aufsicht einer unserer sehr erfahrenen, selbstständigen Hebammen hier in Newcastle entworfen und hergestellt. Unser Hospital hat ihn seit 1994 erfolgreich im Gebrauch.

— Dr. Andrew Bisits, FRACOG
Gynäkologe und Geburtshelfer
Direktor der geburtshilflichen Abteilung
John Hunter Hospital
Newcastle NSW Australia



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