Die Geburt des BirthRite Wehen-und Geburtsstuhls

(übersetzt aus dem Englischen)

„Eine ungehinderte Geburt is eine Geburt, während derer sich die Wehende in ständiger aufrechter Bewegung befindet. Sie geht, steht, sitzt, hockt, oder kniet. Sie bewegt ihren Körper wie es notwendig ist, um den bestmöglichen Geburtsfortschritt zu fördern.“

— Erster Lehrsatz der Arbeitsgruppe „Aktive Geburt“ (Active Birth Movement Manifest)
UK

Ein unverkennbares Merkmal solch einer Geburt sind die Bemühungen der Frau, gänzlich auf ihr Inneres konzentriert zu sein und all ihre Kräfte zu koordinieren, um diesen komplizierten Vorgang der Geburt ihres Kindes zu ermöglichen. Diese mütterlichen Anstrengungen ziehen durch ihre Intensität alle Beteiligten im Geburtszimmer in ihren Bann. Aufmerksamkeit und Spannung der Anwesenden steigern sich mit dem Geburtsvorgang und erreichen ihren Höhepunkt kurz vor der Geburt, um die werdende Mutter bestmöglich zu unterstützen ihre Konzentration beizubehalten und das Baby sicher und sanft zu gebären. Ich betrachte es als Privileg, über viele Jahre mit „schwangeren Paaren“ habe arbeiten zu können. Während Schwangerschaft, Geburt und Nachsorge haben wir uns gemeinsam bemüht, innere und äußere Bedingungen zu schaffen, welche die jeweils bestmögliche Situation für eine ungehinderte und erfolgreiche Geburt versprachen. Um die werdende Mutter während der Geburt zu unterstützen, sowie ihr Schmerzempfinden zu minimieren, habe ich mich über die Jahre wohl in jede nur erdenkliche Haltung begeben (außer Kopfstand vielleicht) und zu diesem Zwecke auch alle nur denkbaren Hilfsmittel herangezogen die das Geburtszimmer und die Station so zur Verfügung stellen konnten.


Bild von Hebamme und Gebärender in hockender HaltungBild zeigt Geburtsteam in einer Badezimmerecke gequetschtBild zeigt Zuspruch der Hebamme im BadBild einer Toilettengeburt

Wenn ich zurückdenke, erinnere ich mich insbesondere an die zahllosen Momente in denen ich mit Wehenden in engen Badezimmern gearbeitet habe: Die Frau auf der Toilette, Kissen im Rücken und gefaltete Handtücher unter den Füßen (um ihre Füße vor dem Einschlafen zu bewahren) und ich vor ihr in der Hocke, zwischen Tür und Waschbecken gequetscht, den Toilettenpapier-Halter im Rücken, während die Kälte der Fliesen langsam in meine Blase kriecht…. Hier öffnet jeder Mensch, die Haltung wird automatisch verbunden mit „aufmachen“ und „rauslassen“…. Für die Mutter ist der Moment der Warheit gekommen. Der Scheideweg: Will ich dieses Kind hinauslassen? Bin ich bereit? Kühl, still, ungestört, konzentriert…. Unzählige Mütter haben während dieser intimen Momente auf der Toilette beschlossen, sich dem Schmerz hinzugeben, da sie sich durchaus der unbequemen Konsequenzen bewusst waren, die ein „Eingriff“ der Geburtshelfer mit sich bringt. Die Wehen finden ihren Rhythmus wieder, die mütterliche Zuversicht steigt und sie hat nun klar vor Augen was sie tun muss, um ihr Baby zu Welt zu bringen. Die mütterliche Wachsamkeit (physisch und psychisch) war in diesen Augenblicken vollkommen, sodass der Geburtsfortschritt fühlbar, greifbar und authentisch wurde — für sie, für ihr Kind und auch für mich. Wie oft hätte ich gerne die Toilette mit zurück ins Geburtszimmer genommen!


Bild einer Wehenden entspannt auf dem BirthRite GeburtsstuhlBild eines Vaters der sein Kind empfängtDiese Stunden im Badezimmer haben zur Geburt des BirthRite Wehen-und Geburtsstuhls geführt. Der Stuhl reflektiert die aufrechte, sitzende Haltung auf der Toilette, in der die Gebärende sich vollkommen entspannen, konzentrieren und den Geburtsfortschritt intensiv wahrnehmen kann. Ich wollte erreichen, dass Mütter überall in der Welt voll Vertrauen auf dem BirthRite sitzen können, und umgehend durch die Form des Sitzes spüren, was sie tun müssen. Als ob ich ihnen zusprechen würde: „Entspanne Deine Beine, lehne den Kopf zurück, lass all die Spannung und Angst heraus, traue Deinem Körper, atme aus solange Du kannst, fühle wie Dein Zwerchfell das Baby nach unten drückt, öffne den Mund weit, weiche Lippen, denk an Dein schönes Baby…. Fühle, wie sich sein kleines nasses Köpfchen nach unten windet, liefere Dich der Kraft Deiner Geburtswehen aus. Diese Wellen werden Dich näher und näher zu Deinem Kind bringen…. Du und Dein Baby arbeiten zusammen, Du kannst es schaffen, je mehr Du Dich Deinem Körper anvertraust, desto eher wird das Baby kommen….“ Aufrecht, unterstützt vom BirthRite, verbunden mit dem Baby, Augenkontakt mit ihrem Partner und ihrer Hebamme. Berührung, Sprache, Stille, völlig eingenommen. Vertrauen, Ermunterung, Selbstvertrauen. Es ist diese intime „Dreisamkeit“ — Mutter, Vater, Hebamme — die in den Momenten kurz vor der Geburt den individuellen Beitrag zu einem großen Ganzen verbindet.


Ein Vater: „Unsere Hebamme ermutigte mich, meine Tochter in meinen Händen zu empfangen, während meine Frau vom BirthRite unterstützt wurde. Dieses einzigartige Erlebnis werde ich nie vergessen. Wenn wir heutzutage ueber ihre Geburt sprechen, reagiert meine Tochter immer wieder entzückt wenn sie sich ‚erinnert‘ dass meine Hände die ersten waren die ihren nassen Körper berührten während sie sanft in diese Welt schlüpfte.“

— Monika Boenigk
BirthRite



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